I am Radha

Fotografin, Wegbegleiterin, Weltreisende und die Frau hinter Radha. Und mein eigener Weg zurück zu mir ist der Grund, warum ich heute Frauen auf ihrem begleite.

Hallo du wundervoller Mensch, ich bin Chantal – die Frau hinter Radha.

Mein eigener Weg zurück zu mir begann lange bevor ich wusste, dass genau daraus einmal meine Arbeit entstehen würde.

Ich kam krank auf die Welt und habe früh erfahren, was es bedeutet, wenn der eigene Körper Grenzen setzt. Mit 17 Jahren lag ich nach multiplem Organversagen vier Wochen im Koma. Danach musste ich vieles neu lernen: schlucken, sprechen, gehen. Mein Körper war lange etwas, das funktionieren musste, und gleichzeitig etwas, dem ich nicht wirklich vertrauen konnte.

Ich weiß deshalb, wie es sich anfühlt, die Verbindung zum eigenen Körper zu verlieren. Ihn mehr zu beobachten als wirklich in ihm zu leben.

Und vielleicht ist genau deshalb der Körper heute das Herzstück meiner Arbeit.

Denn dein Körper ist nicht das Maß dafür, wie viel Leben, Liebe oder Sichtbarkeit du dir erlauben darfst.

Yoga brought me back to my body...

Ich hatte lange gelernt zu funktionieren. Aber nicht unbedingt, mich zu spüren.

Als die Fotografie in mein Leben kam, passierte etwas, das ich damals noch nicht erklären konnte. Sobald ich fotografierte, veränderte sich mein Körpergefühl. Meine Schmerzen rückten in den Hintergrund. Ich verlor mich in dem, was ich tat und fand mich gleichzeitig darin wieder.

Später kam Yoga in mein Leben und öffnete eine weitere Tür. Nicht zu einem „besseren“ oder leistungsfähigeren Körper, sondern zu meinem eigenen.

Ich begann zu verstehen, dass ich mich nicht meinem Körper aufzwingen musste. Dass ich ihm zuhören durfte. Dass Bewegung nicht bedeuten musste, etwas zu leisten. Und dass Verbindung dort beginnt, wo wir aufhören, permanent von außen auf uns zu schauen.

Frauen haben gelernt, ihren Körper zu betrachten, zu bewerten und zu optimieren. Aber viel zu selten lernen wir in ihm zu leben. Genau darin liegt heute der Kern meiner Arbeit:

Von der Beobachterin deines Lebens zur Bewohnerin deines Körpers.

... and I became one with my body

... and I became one with my body

Ich bin eine Frau. Und ich darf all meine Facetten so leben, wie sie zu mir gehören. Es ist mein Leben und ich darf es gestalten.

Ich glaube, irgendwann habe ich aufgehört darauf zu warten, dass mir jemand sagt, was für mich möglich ist.

Ich kenne, außer meinem Bruder, niemanden mit meiner Erkrankung. Menschen konnten oft nur schwer verstehen, wie ich mich fühle und gleichzeitig konnte mir dadurch auch niemand wirklich spiegeln, was trotz meiner Einschränkungen alles möglich sein könnte.

Also bin ich irgendwann einfach losgegangen. Mein Glaube und ich wurden meine eigene Inspiration.

Einer meiner größten Träume war es, mit Walen in Moorea zu schwimmen. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt keine halbe Bahn schwimmen und durch die lange Beatmung nach meinem Koma fiel mir selbst das Atmen durch einen Schnorchel schwer. Trotzdem habe ich angefangen zu trainieren. Ein halbes Jahr lang. Ich wusste einfach: Ich möchte diese Wale unter Wasser singen hören.

Also flog ich alleine ans andere Ende der Welt auf eine Insel und schwamm im tiefen Ozean, hörte die Wale unter Wasser singen und erlebte mit meinem Körper etwas das lange nicht einmal denkbar gewesen wäre.

Wie war das möglich? Ich konnte einmal nicht bis zur Straßenecke gehen.

Mein Körper hat mir in meinem Leben viele Grenzen gezeigt. Aber ich habe gelernt, dass Grenzen dehnbar sind und oft von dem geprägt werden, was wir bisher erlebt haben.

Und dann sind da all die Frauen, die mir durch meine Arbeit begegnet sind…

Ich könnte so viele Geschichten von wundervollen Frauen erzählen, die ich begleiten durfte und die mich selbst immer wieder ins wirkliche Leben zurückholen. Frauen mit Narben,  Frauen, die gefallen sind und wieder aufgestanden sind, jene die zweifeln und trotzdem weitergehen.

Ja, vielleicht ist meine Arbeit auch eine Liebeserklärung an diese Frauen.

Denn durch ihren Mut und ihr Vertrauen finde auch ich immer wieder meinen Weg. Sie zeigen mir, was Mut bedeutet, was Schönheit bedeutet und wie unterschiedlich ein Frauenkörper aussehen und ein Frauenleben verlaufen darf.

Ich glaube, meine eigene Aufgabe ist es Verkörperung immer tiefer zu lernen und genau das durch meine unterschiedlichen Wege weiterzugeben. Ich gehe diesen Weg mit euch.

Ich wünsche mir, dass Frauen sich kennenlernen und, dass sie sich selbst lieben und akzeptieren lernen und irgendwann vielleicht wirklich sagen können: Die Person, mit der ich am liebsten Zeit verbringe, bin ich selbst.

Wir alle tragen unsere Päckchen und wir haben alle unsere Geschichten. Aber wir alle dürfen uns trotzdem erlauben, dieses Leben GANZ zu leben.

Du wundervoller Mensch, schön, dass du hier bist. Und wenn du magst, lass uns gemeinsam in den Körper eintauchen und schauen was alles möglich ist. 

Ich bin

Frau

FOTOGRAFIN

YOGALEHRERIN

Schwester

Dein Körper ist nicht der Ort an dem das Leben vorbeizieht. Er ist der Ort, an dem es stattfindet.